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Patenstadt Jauernig

Das Jauerniger Heimatmuseum am Kirchplatz in Vaihingen an der Enz

Im Jahr 1955 übernahm die Stadt Vaihingen an der Enz die Patenschaft für die ehemaligen Bewohner des Gerichtsbezirks Jauernig/Ost-Sudeten. Ihnen sollte damit signalisiert werden, dass die Stadt ihr Bemühen unterstützt, eine neue Heimat aufzubauen und gleichzeitig Traditionen zu bewahren. Alle zwei Jahre treffen sich die Ostsudeten in Vaihingen bei den Jauerniger Heimattagen.

Wie kam es dazu? Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Wiederherstellung der Tschechischen Republik wurden 1945/46 innerhalb weniger Monate alle 14 000 Bewohner der Stadt und des Bezirks Jauernig aus ihrer Heimat vertrieben. Einer der letzten Transporte fand in den Kreisen Vaihingen und Ludwigsburg Aufnahme. Hunger und Not zeichneten die Menschen dieser Zeit. Nur langsam gelang es ihnen, sich in die neue Umgebung einzuleben. Ihre Heimat war und blieb die Stadt im Westen der Schlesischen Tiefebene, die im 13. Jahrhundert von Bauern und Bergleuten aus Schwaben, Hessen, Franken und Bayern gegründet worden waren.

Aus vielen Jauernigern sind mittlerweile Vaihinger geworden. 1963 wurde in der ehemaligen Lateinschule am Kirchplatz das Jauerniger Heimatmuseum eingerichtet. Von der Bedeutung der Patenschaft zeugt neben dem Stifterfenster im Sitzungssaal des Vaihinger Rathauses auch die 1967 von den ehemaligen Jauernigern an den Bürgermeister der Patenstadt übergebene Amtskette. 1993 stiftete der Jauerniger Heimatbund ein Ehrenmal auf dem Vaihinger Friedhof. Seit Dezember 2004 schmückt eine Pferdeskulptur des Jauerniger Künstlers Ingo Koblischeck den Vorplatz der Vaihinger Stadthalle.

Ein wichtiges Bindeglied zu ihren Wurzeln ist für die Vertriebenen und deren Nachkommen der jährlich erscheinende Jauerniger Heimatbrief. Interessenten wenden sich bitte an Uwe Straube, E-Mail: JHBVorstand@web.de, oder Wolfgang Schwarzer, E-Mail: jauernig.vaih@t-online.de.

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