Von der Utopie einer toleranten Gesellschaft
Datum: 28.01.2012Die Württembergische Landesbühne Esslingen gastiert am Donnerstag (9. Februar 2012) um 20.00 Uhr mit Gotthold Ephraim Lessings Klassiker „Nathan der Weise“ in der Vaihinger Stadthalle.
Jerusalem, 1192: König Richard Löwenherz und Sultan Saladin haben einen vorübergehenden Waffenstillstand beschlossen. Von jetzt an leben hier Juden, Christen und Moslems zusammen. Doch die gegenseitigen Vorbehalte sind groß, denn alle drei erheben Anspruch auf die heiligen Stätten: Die Juden, weil sie dort schon am längsten lebten; die militärisch überlegene moslemische Besatzungsmacht und die christlichen Eroberer. Als Nathan von einer Geschäftsreise zurückkehrt, erfährt er, dass ein junger Tempelherr seiner Tochter Recha während seiner Abwesenheit das Leben gerettet hat. Nathan überzeugt den sturen, antijüdischen Retter, den Dank seiner Tochter anzunehmen, worauf sich beide ineinander verlieben. Währenddessen freunden sich auch Sultan Saladin und Nathan an, der mit seiner Ringparabel die Absurdität von Religionskriegen überzeugend darlegt.
Lessings 1779 erschienenes Ideendrama erzählt märchenhaft, philosophisch und nicht ohne Humor von der Utopie einer toleranten Gesellschaft. Es ist ein zeitloses Plädoyer gegen Fanatismus und für Integration und Recht auf freie Ausübung von Religion sowie der konfliktreiche Zusammenprall von liberalen und extremistischen Ideologien.
Wer die neue Produktion der Württembergischen Landesbühne Esslingen hautnah in der Vaihinger Stadthalle erleben möchte, erhält Karten in der Kultur- und Touristinformation, Marktplatz 5, Tel. 07042/18-235.
Der Eintritt kostet 18 Euro, ermäßigt 12 Euro. Die Abendkasse in der Stadthalle ist ab 19 Uhr geöffnet.


